Warum Selbstporträts III

Warum ich bis jetzt Selbstporträts gemacht habe, habe ich vor einer Weile hier erklärt. Ich wollte dann aber ein bisschen von der Beschäftigung nur mit mir selbst wegkommen und habe mal genauer geschaut, was andere für Selbtportäts machen.

Es gibt viele mögliche Gründe, die Menschen dazu bewegen können, Porträts von sich selbst zu machen: Weiterlesen

Sonntag: Rügen – Berlin

Da die Nacht ziemlich warm war, haben wir über Nacht das Zelt offen gelassen, so dass uns der Meerwind um die Nasen strich und wir das Rauschen der Wellen gut hören konnten. Ab früh um 5 schien die Sonne in unser Zelt. Aufgestanden sind wir um 7, weil wir zeitig los wollten um rechtzeitig wieder am Bahnhof zu sein. Diesmal waren wir schneller mit Frühstücken, Aufwaschen und Packen, weil wir schon so etwas wie eine Routine hatten.

Um zum Bahnhof in Lietzow zu kommen, mussten wir zuerst die Schaabe wieder nach Süden fahren, danach sind wir am Jasmunder Bodden entlang gefahren. Wir sind zügig voran gekommen, weil wir inzwischen gut eingefahren waren. An einer Kreuzung mussten wir uns entscheiden, ob wir Straße fahren oder den schlechteren und längeren, aber interessanteren Feldweg – natürlich haben wir den Feldweg genommen (das ist die Einstellung für Fahrradtouren!). Wie schon bei unseren Ski-Touren auf dem Hochplateau des Riesengebirges entwickeln wir eine gewisse Hochnäsigkeit gegenüber diesen Touris, die uns mit ihren tollen Trekkingrädern ohne Gepäck entgegenkommen, in Pensionen schlafen und ja sowieso totale Weicheier sind und den Rennradausgerüsteten, die uns im Schneckentempo überholen.

Wir waren schließlich 2h eher als geplant in Lietzow und beschlossen, noch bis Bergen weiter zu fahren und erst dort in den Zug zu steigen. Es war nochmal eine sehr schöne Strecke über Felder, durch Wälder, immer wieder mit Blicken auf den Bodden. Aber zu der Freude, unterwegs und in Bewegung zu sein, mischte sich auch die Traurigkeit, dass unsere Tour schon fast zu Ende war. Bei einer Fahrradtour hat man die Freiheit zu fahren, wohin man will, und anzukommen, wann man will; man trägt für nichts Verantwortung außer für sich selbst; die Gedanken können frei schweifen, während man einfach fährt und fährt und weiter fährt, sich dabei die Landschaft anschaut und merkt, wie leicht es ist, den Willen zu finden um die Erschöpfung zu überwinden und weiter zu fahren, und wie der Körper sich über die Bewegung freut.

Auch in Bergen waren wir 1h eher als geplant, also sind wir mit einem Zug eher nach Stralsund gefahren. Im Zug mit uns war eine Familie mit zwei kleinen Jungs im Vor- bis Grundschulalter, die an ihren Fahrrädern auch schon Gepäcktaschen hatten und die Räder gut im Griff hatten – davon waren wir beeindruckt. In Stralsund haben wir O. und P. getroffen, zwei Freunde von Irma, mit denen wir zusammen nach Berlin gefahren sind. Der Zug war wieder wahnsinnig voll.

In Berlin sind wir mit den Fahrrädern ausgestiegen und haben umgepackt, so dass Irma ihre Satteltaschen und ihren Kram weiter nach Jena mitnehmen konnte. Ich habe Nora am Hauptbahnhof angeschlossen und erstmal Henry mit meinem Gepäck nachhause gebracht. Ich war nach der Zugfahrt müde und erschöpft und wollte S-Bahn fahren, habe mich dann aber dagegen entschieden: Ich musste mit dem Fahrrad nachhause fahren um wieder richtig in Berlin anzukommen.

Am Montag auf dem Weg zur Uni habe ich Nora vom Hauptbahnhof abgeholt und gestaunt, wie schnell sie beschleunigt, wenn sie nicht mit Gepäck beladen ist.

Samstag: Rügen

Wir hatten uns keinen Wecker gestellt und als wir wach genug waren um aufzustehen, war es schon um 9. Wir haben zum Frühstück Caro-Kaffe getrunken und Müsli mit heißer Soja-Milch gegessen – das ist ein wirklich gutes Frühstück zum Zelten und unterwegs sein. Dann aben wir unser Zeug zusammengepackt und sind gegen 11 losgefahren.
Direkt am Eingang des Zeltplatzes war ein Bahnhof des Rasenden Rolands, einer Schmalspur-Dampfeisenbahn, den wir regelmäßig tuten gehört haben und auch gesehen haben. Wir sind von Baabe aus nach Norden gefahren, durch den Wald bei Granitz. Das war eine sehr angenehme Strecke, weil es im Wald kühl war, nur leicht hügelig und der Wald sehr abwechslungsreich ist (Kiefern, Fichten, Lärchen, Buchen, Eichen). Zum Jagdschloss Granitz sind wir nicht gefahren.

Auch an Binz sind wir nur vorbeigefahren um dann weiter nach Norden an Prora vorbei zu fahren. In Prora haben wir uns die Ruinen der „Kraft durch Freude“-Ferienhäuser angeschaut – ein nicht endendes, graues Gebäude, eine seltsame Atmosphäre. Es gibt dort mehrere Museen, das „Museum zum Anfassen“, in dem wir früher häufig gewesen sind, gibt es allerdings nicht mehr. Hinter den Gebäuden kommt der Dünenwald und dann der Strand, wo man die Gebäude schon gar nicht mehr ahnt. Dort sind wir baden gegangen. Hier ist das Wasser allerdings wie oft an der Ostsee so flach, dass man hundert Meter reinlaufen muss, bevor es mehr als hüfttief ist.

Das Handtuch haben wir anschließend zum Trocknen hinten an Irmas Fahrrad festgemacht – ein Tourenfahrrad ist schließlich kein richtiges Tourenfahrrad, wenn an ihm keine Sachen trocknen.
Auf der Strecke nach Mukran zum Fährhafen und weiter nach Sassnitz war es sehr windig, so dass wir kaum noch vorwärts gekommen sind. Nach eine langen Abfahrt über eine Kopfsteinstraße sind wir zum Stadthafen von Sassnitz gekommen, wo wir Mittagspause gemacht haben. Wir haben die Fahrräder stehen lassen (wer die schweren Karren klaut, ist selbst schuld) und uns Fischbrötchen geholt, die wir nicht mit den Möwen geteilt haben. Nach ein bisschen Pause haben wir uns dann noch eine Waffel und ein Eis zum Nachtisch geholt. Dabei müssen wir ziemlich viel Zeit vertrodelt haben, denn als wir weiter gefahren sind, war es schon um 4. Wir wussten noch nicht genau, wie wir aus Sassnitz rauskommen und über welche Wege wir durch den Jasmunder Nationalpark fahren wollten, und haben das erstmal dem Zufall überlassen. Als wir am Beginn des Radwegs durch den Park standen und uns die Karte angeschaut haben, haben uns die Parkwächter angesprochen, ob wir denn mit unserem vielen Gepäck und dem alten Fahrrad (Henry) wirklich durch den Wald wollen, da wäre nämlich nicht asphaltiert (also nicht asphaltiert – das hat er so häufig wiederholt, als wäre es undenkbar mit bepackten Fahrrädern auf Waldwegen zu fahren) und ginge viel rauf und runter, und selbst wenn wir Straße fahren würden, wären wir frühestens abens um 8 in Drewoldke, unserem Zielort. Wir sind schließlich Straße gefahren, was aber nur ging, weil noch nicht Hauptsaison ist und deswegen weniger Verkehr. Die Straße geht gut zu fahren, die Steigungen sind gemächlich und der Asphalt gut, aber Autofahrer können einen auf der kurvigen Strecke im dunklen Wald leicht übersehen. Einen Abstecher zum Königsstuhl haben wir nicht gemacht, weil wir ein wenig knapp mit der Zeit waren und man die beeindruckende Steilküste sowieso besser zu Fuß erkundet als mit dem Fahrrad.
Ab Nipmerwo sind wir dann wieder nicht mehr Straße gefahren, sondern asphaltierte Feldwege, die als Fahrradwege ausgebaut sind. Wir haben einen Abzweig verpasst und sind deswegen eine Ecke mehr gefahren als geplant, aber der Weg war sehr schön: es ging zwischen Feldern lang, hügelig und weil wir so weit oben waren, hatten wir einen schönen Blick auf die umliegende Ostsee und den Jasmunder Bodden.
Inzwischen waren wir gut eingefahren, vor allem psychisch: man muss sich geistig darauf einstellen, dass es nicht ums Ankommen geht, sondern ums Fahren, dass man einfach immer weiter fährt, dann machen auch die Beine und der Kreislauf mit und man kommt nach kurzen Pausen wieder in Fahrt.

Nachdem wir am Schloss Spyker vorbeigekommen waren und am Spyker See vorbei (viel Schilf und Schwäne), sind wir durch Glowe durch und dann die Schaabe entlang gefahren. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung bis Drewoldke, das war für mich schon Heimweg, weil ich den Campingplatz Drewoldke gut kenne, und Nora ist trotz Gepäck immer schneller geworden. Die öetzten beiden Kilometer durch Juliusruh und bis Drewoldke zogen sich, aber dann waren wir endlich da. Und zwar eine Stunde eher, als der Parkwächter uns prophezeiht hatte.
Der Zeltplatz Drewoldke ist deutlich billiger als der in Baabe und vor allem viel schöner: lichter Kiefernwald direkt hinterm Strand. Wir haben uns eine Zeltstelle mit Meeresblick ausgesucht. Die haben wir markiert, indem wir das Zelt und die Isomatten und die Schlafsäcke verteilt haben und sind dann erstmal an den Strand baden gegangen. Der Strand war dieses Jahr noch steiniger als in den Jahren vorher und es waren Algen an den Strand gespült – nicht so richtig einladend. Aber wir haben uns gefragt „sind wir Weicheier?“ und sind baden gegangen. Nach einem kurzen Stück hörten die Algen und die Steine auf und wir konnten sehr schön schwimmen.

Freitag: Berlin – Rügen

Die Zugverbingung nach Stralsund dauert ungefähr 3h. Eigentlich wollten wir schon 8.45 fahren um möglichst zeitig dort zu sein, haben uns dann aber dagegen entschieden, denn auf dieser Verbindung hätten wir in Neustrelitz in 4 Minuten umsteigen müssen und das war uns zu stressig mit den vollbepackten Fahrrädern. Außerdem brauchten wir am Morgen noch Zeit um die Gepäcktaschen an den Fahrrädern fest zu machen. Also sind wir eine Stunde später gefahren, auf dieser Verbindung fuhr der Zug nämlich durch bis Stralsund.
Wir dachten, dass wir clever sind, wenn wir am verlängerten Wochenende nicht schon am Donnerstag fahren, sondern erst am Freitag – pustekuchen, der Zug wurde richtig voll und wir hatten Glück, dass wir mit unseren Rädern noch reingekommen sind. Ich hatte dabei einige Probleme, Nora mit ihrem schwer bepackten Hinterteil zu rangieren und habe mir einige Schrammen an den Beinen geholt. Bis Oranienburg standen wir eingebaut mitten zwischen den Fahrrädern und erst als die ersten Fahrräder ausstiegen, konnten wir und die anderen Radfahrer die restlichen Fahrräder so umbauen, dass wir rauskonnten und uns Sitzplätze suchen.


In Stralsund sind wir umgestiegen in die Regionalbahn nach Binz und hatten unseren ersten Blick auf die Ostsee, als der Zug über den Rügendamm fuhr. Um 14.30 waren wir in Bergen und sind losgefahren. Ein schwer bepacktes Fahrrad ist deutlich leichter zu fahren als zu schieben, weil man das Gleichgewicht besser hält, aber wir mussten uns trotzdem erstmal an das zusätzliche Gewicht gewöhnen. Vor allem beschleunigt man viel langsamer und kriecht über die Kreuzung, nachdem man an einer Ampel warten musste. Weil Henry etwas klappriger ist und deutlich weniger Gangschaltung hat, hatte ich auf Nora etwas mehr Gewicht. Auf Kopfsteinpflaster ist Nora normalerweise sehr zappelig, aber durch das Gewicht fuhr sie wunderbar ruhig.
Wir sind durch Bergen durchgefahren, haben uns erstmal im Ort verfahren und sind umsonst den Berg hochgefahren, auf dem das Stadtzentrum liegt (warum heißt Bergen wohl Bergen…), haben dann aber einen Radwegweiser nach Putbus entdeckt und sind dem hinterhergefahren. Es ging eine Weile durch Wald, dann waren wir in Putbus, einer Stadt, von der wir ein paar protzige, weißte Kurhäuse gesehen haben und nicht viel mehr. Wir sind weitergefahren bis nach Lauterbach, wo es einen Hafen gibt. Dort haben wir Mittagspause gemacht, ich habe ein Fischbrötchen gegessen und Irma ein Eis.
Dann ging es weiter am Rügenschen Bodden entlang. Wir kamen immer mal wieder direkt am Ufer entlang, es gab allerdings keine schönen Badestellen, weil das Ufer etwas moddrig war. An einer Stelle lag eine umgekippte Weide mehrere Meter ins Wasser hinein, die man wunderbar beklettern konnte.

Dann wieder ging der Weg über Hügel (übrigens: wenn Inseln flach wären, wären sie Meeresgrund; deshalb gibt es keine flachen Inselumrundungswege), zwischen Hecken und neben Feldern. Rügen war sehr grün: die Rapsblüte war schon durch, die Rapsfelder also grün, der Weizen war dunkel grün und auch die Gerstenfelder waren grüne Meere. Durch solche Felder sind wir auch in den nächsten Tagen noch oft gefahren und ich habe mehrmals angehalten um Kornblumen und Mohn am Feldrand zu fotografieren.
Wo der Selliner See in den Bodden mündet, fährt eine Fähre über den Fahrkanal: ein Ruderboot, in das etwa 4 Fahrräder und 6 Menschen passen. Das ist wirklich harte körperliche Arbeit: der Fährmann hebt die Fahrräder rein und raus aus dem Boot (auch unsere vollbepackten) und rudert ständig von einem Ufer zum anderen.
Dann waren wir auf der Halbinsel Mönchsgut und weil wir noch etwas Zeit hatten, haben wir einen Abstecher nach Süden gemacht und auf der Halbinsel bis nach Middelhagen runter gefahren. Die Landschaft dort ist sehr schön, weil die Halbinsel mehrere Landzungen hat, die in den Bodden ragen und die Landschaft interessant hügelig ist. Es gibt viele reetgedeckte Häuse und Weiden für Pferde, Küher oder Schafe, wenig Felder – wahrscheinlich ist das Land zu feucht. Der Weg war über mehrere hundert Meter sehr sandig und einen Sandberg mussten wir hochschieben; im Laufe des Tages wurde unsere Fahrsicherheit auf Sandboden besser.

Schließlich kamen wir in Baabe an, wo Irma in einem Supermarkt noch etwas Gemüse gekauft hat, dass wir dann zu unserem Couscous essen konnten. Baabe ist ein Ostseebad, das heißt, die Häuser sind weiß und edel. In der Vorsaison ist es dort aber noch ganz angenehm. Den Zeltplatz mussten wir suchen, weil er schlecht ausgeschildert ist, und sind erst nach der Fahrt durch eine Ferienhaussiedlung von hinten an den Campingplatz gekommen und mussten dann die Rezeption suchen. Der Zeltplatz ist günstig gelegen, weil er direkt hinter der Düne am Strand ist, ist aber mehr auf die Bedürfnisse von Urlaubern, die dort Ferienhäuser mieten, ausgelegt (man konnte ein Privatbad mieten, es gab Animation und Bespaßung) und weniger auf die Bedürfnisse von Campern (Zeltplätze in einem relativ dunklen Wald, keine Koch- und wenig Abwaschmöglichkeiten mit relativ langen Wege dorthin und die übliche Panik, dass jemand, der nicht dazu berechtigt ist, aufs Klo gehen könnte).

Nachdem wir uns eine Zeltstelle ausgesucht hatten, haben wir unsere Fahrräder einfach dort stehen lassen, haben uns die Badesachen geschnappt und sind an den Strand gegangen, ein sehr schöner, sauberer Sandstrand. Wir haben mit den Füßen die Wassertemperatur angetestet und beschlossen, dass das Wasser warm genug ist zum Baden, es aber sicherlich eine gute Idee ist, reinzurennen. Und das ging wunderbar. Natürlich war das Wasser kalt auf der Haut, aber das ist ja egal, wenn man von einer Fahrradtour aufgeheizt ist und durch die Bewegung beim Schwimmen wieder warm wird. Ich habe ein paar Schlucke Ostseewasser in den Mund gekriegt und mich über den vertrauten Geschmack gefreut.
Zum Abendbrot gabs Couscous mit Möhren und Lauch und gegen 11 sind wir in die Schlafsäcke gekrochen.

Donnerstag: Berlin

Irma und ich hatten für Himmelfahrt eine Fahrradtour über Rügen geplant (das heißt, wir hatten beschlossen, das zu tun; sehr viel Planung im Vorhinein gab es nicht). Eigentlich wollten wir schon am Mittwoch hinfahren und erst am Montag zurück um mehr Zeit auf Rügen zu haben und um dem „verlängertes Wochenende“-Reisewahn zu entgehen. Wir sind aber beide zur Zeit mit Uni-Kram zu sehr beschäftigt um uns zwei Tage frei zu nehmen. Deswegen ist Irma erst am Donnerstag gegen Mittag in Berlin angekommen. Da ich mir vor einigen Wochen ein neues Fahrrad gekauft habe (Nora) und mein altes Fahrrad (Henry) immer noch ganz gut brauchbar ist, hat Irma kein eignes Fahrrad mitgebracht, sondern nur Satteltaschen und Schlafsack.
Nachdem Irma angekommen war, haben wir erstmal die Rügen-Karte auf dem Fußboden in meinem Zimmer ausgebreitet um zu beschließen, wie wir fahren wollen, dann haben wir im Internet Zugverbindungen rausgesucht und uns überlegt, wie wir das Gepäck auf die beiden Fahrräder verteilen. Da wir beide etwas Erfahrung mit solchen Touren haben und schon mal in der Schweiz gemeinsam wandern waren, haben wir unseren Plan ziemlich schnell auf die Beine gestellt.
Nachmittags sind wir mit den Fahrrädern durch Kreuzberg, Neukölln und Mitte gefahren; dabei konnte Irma sich mit Henry anfreunden, der mit seiner 3-Gang-Schaltung, abgefahrenen Reifen und seinem etwas wackligem Rahmen ein wenig Eingewöhnungszeit erfordert. Sie haben sich gut vertragen, weil Henry als altes Damenstadtrad einfach stylisch ist und Irma kein Problem mit Klappermühlen hat. Wir sind ohne ein spezielles Ziel vor Augen zu haben durch Berlin gefahren, sind durch Kreuzberg gefahren, haben einen Abstecher nach Neukölln und durch die Hasenheide gemacht und waren zum Schluss noch am Kunstmarkt an der Museumsinsel. Wir haben das warme Wetter, den sanften Fahrtwind und dass die Straßen und Parks voller Menschen waren, sehr genossen. Es war ein richtig schönes Sommergefühl.
Ich habe das Gefühl, dass ich lange keinen richtig schönen, warmen Sommer mehr gehabt habe, weil ich in den letzten Jahren jeden Sommer im Norden war, und deswegen freue ich mich schon seit Wochen über das schöne Wetter. Ich habe auch, obwohl ich schon seit fast 3 Jahren in Berlin bin, noch keinen Sommer hier verbracht; dieses Jahr werde ich aber bis August hier sein und ich freue mich darauf, den Sommer in Berlin zu erleben.
Abends haben wir Henrys Pedale noch richtig festgemacht, ein paar Schrauben nachgezogen und ordentlich Luft aufgepumpt.